Die Kirchengemeinde „Herz-Jesu“ Pressig geht stark auf die Hundert zu. Bereits im Jahre 1904 konnte ein Kirchenbauverein ins Leben gerufen werden, mit dem Erfolg 1913 ein Gotteshaus zu bauen, welches man als die „Herz-Jesu“ Notkirche weihte. Damit war die Kath. Kirchengemeinde Pressig als Kuratie gegründet, die 1937 unter Kuratus Georg Bank, zur Pfarrei erhoben wurde.
Die Notwendigkeit eine Kirche in Pressig zu bauen, wurde ausgelöst durch die Erweiterung der Bahnstrecke von Stockheim nach Eichicht b. Probstzella im Jahre 1885 und dem Sitz der Bahnstation Rothenkirchen in Pressig, die 1939 den Stationsnamen Pressig –Rothenkirchen erhielt.
Bis zu dem Zeitpunkt des Jahres 1885 war Pressig ein kleiner, verträumter Ort mit 167 Einwohnern. Aber innerhalb der nächsten 25 Jahre, also bis 1910, stieg die Einwohnerzahl auf ca. 1038 und dann weiter bis auf 1320 an, darunter wurden mehr als 900 Katholiken registriert. Im Jahre 2010, also 100 Jahre später, zählt Pressig weiterhin nicht mehr als 1400 Einwohner. Die Entwicklung scheint stehen geblieben.
Aber damals, gleich nach dem Jahre 1880, strömten von überall her die Menschen nach Pressig und suchten Arbeit und Brot. Es gab keine Wohnungen, denn in der heutigen Hauptstraße standen damals lediglich drei Anwesen. Es wurde also gebaut, die Häuser wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Dazu gehörte aber auch die Möglichkeit, den christlichen Glauben, der die Menschen damals stark prägte, vor Ort praktizieren zu können. Woher nun schnell ein Gotteshaus?
Am 26. Oktober des Jahres 1913, konnte die katholische Bevölkerung von Pressig ihre erste Kirchweih mit der Konsekration d. h. mit der Weihe einer kleinen, bescheidenen Notkirche begehen.
Als Betsaal, wie es geplant war, hätte es aber bedeutet, dass das Allerheiligste mit den Hostien zu jedem Gottesdienst von der damaligen Mutterkirche Rothenkirchen geholt und danach wieder nach dort zurückgebracht werden müsse - eine Forderung des Erzbistums Bamberg, der man aber nicht nachkommen konnte oder auch nicht wollte. Denn vor der Zeit der Motorisierung d.h. ohne Automobil oder auch ohne ein Fahrrad, evtl. mit Ochsenkarren, konnte man vom Geistlichen den täglichen Fußmarsch von je 3 km hin und retour, und das gleich zweimal, nicht verlangen.
So brachten es die Verantwortlichen des Kirchenbauvereins Pressig – Welitsch – Eila fertig, nach der Grundsteinlegung vom 9. Aug. 1913 innerhalb 10 Wochen am weltlichen Erntedankfest, also am 26. Okt. 1913, Kirchweih zu feiern. Um vom Betsaal zu einer Kirche zu kommen, setzte man einfach dem in Fachwerk erstellten Bau, einen Glockenturm obenauf. Erst die Woche nach der Kircheneinweihung, am Allerheiligentag 1913, kam als erster Pfarrherr Kuratus Christof Weidner, ein Bamberger, um die ersten sechs Jahre die Pressiger Christen durch die schwierige Zeit des 1. Weltkrieges zu führen. Gleichzeitig übergibt der „Mühlpfarrer“ J.B. Barnikel, als Geschenk an seine Pressiger, die große Monstranz. Eine wahrlich edle Gabe, auf die die Gläubigen unserer Pfarrei noch heute sehr stolz sein können.
