Die Dankbarkeit nicht vergessen


Das Kreiserntedankfest des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Kreisverband Kronach begann mit einer imposanten Kirchenparade. Zu den Klängen des Musikvereins Pressig wurde die Parade angeführt von der Kindertanzgruppe der Volkstanzgruppe Welitsch mit der Erntekrone in einem Bollerwagen, gefolgt von 2. Bürgermeister Wolfgang Förtsch, Gemeinderäten, dem Bezirkspräsidenten des BBV Oberfranken Hermann Greif und der Vorstandschaft des BBV Kreisverbandes Kronach sowie den örtlichen Vereinen mit Fahnenabordnungen.
In der Herz-Jesu-Kirche zelebrierte Pater Helmut Haagen den Festgottesdienst. Die Festpredigt sprach Diakon Alfred Trebes der zugleich BBV Ortsobmann von Pressig ist. Der in Pressig wohnhafte Diakon ist von Kindheit an mit der Landwirtschaft vertraut und konnte daher seine Predigt auf fundierte und profunde Erfahrungen aufbauen und meinte, dass das Erntedankfest heute sicher eine andere Bedeutung habe wie vor 50- oder 100 Jahren. So verwies er auf einen Spruch auf einen Erntedankwagen in den 1930er Jahre worauf stand: „Das schönste Wappen auf der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld!“ Heute habe Erntedank auch mit der Gesamtheit des Daseins zu tun und es stellt sich die Sinnfrage des Lebens die Diakon Alfred Trebes so umschrieb: „Wo komme ich her, wozu lebe ich wo gehe ich hin?“ Diese drei prägnanten Gedanken sah er im Erntedankfest spiegeln. Während uns heute Nahrungsmittel in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen, hat die ältere Generation auch noch andere Zeiten erlebt. Doch die Wohlstandsgesellschaft habe auch Schattenseiten. Der Mensch ist leider in der Lage das Gute, was er schaffen kann, ins Negative zu wandeln. Dabei sprach er vor allem vom Missbrauch hochwertiger Lebensmittel, die manchmal einfach sorglos als Abfall entsorgt werden. Im täglichen Lauf der Nahrungsmittel stehen sich Erzeuger und Verbraucher gegenüber und als Dritter, der Handel. Bei allem Fortschritt und der Fachkompetenz in der Landwirtschaft sollte man den „Sinnstifter, Gott“, nicht ausklammern. Der Prediger stimmte nachdenklich. Dinge des täglichen Lebens werden als Selbstverständlichkeit wahrgenommen und von Dankbarkeit ist nichts zu spüren. Es gibt aber keinen Garantieschein auf Leben, Glück und körperliche Unversehrtheit. Er mahnte zu Dankbarkeit, dies sei die wirkliche Größe eines Menschen und sei der Kraftstoff für Lebensmotivation und individuelle Zufriedenheit. Beim Erntedankfest sollte man den Gedanken der göttlichen Gnade einbeziehen. Ohne Dankbarkeit kann man allzu schnell in Selbstüberschätzung trudeln und Undankbarkeit kann zu verheerenden Folgen führen. Deshalb sollte man sich stets, und nicht nur am Erntedankfest, daran erinnern, „dass die Größe eines Menschen in der Dankbarkeit besteht!“
Die Fürbitten sprachen Jörg Blinzler und Irene Trebes für den BBV. Der ergreifende Gottesdienst wurde von der Eisenbahnsinggruppe „Frohsinn“ Pressig unter Leitung von Siegfried Weißerth und an der Orgel von Florian Beetz umrahmt.


