Erwachsenentaufe in der Pfarrei

am Ostermontag

Ihr Schritt ist ein ermutigendes Zeichen, in unserer zerrissenen Welt, wo der Glaube oft so müde und resigniert geworden ist. Für die Katholische Kirchengemeinde der St. Anna-Filialkirche war es ein ganz großer Tag. Erstmals wurden in Welitsch vier Neuchristen mit Erwachsenentaufe, Erstkommunion und Firmung in die Gemeinschaft der Katholischen Christen aufgenommen. Nadine Bonke aus Eila, Nadine Scherbel aus Pressig, Nicole Szymala aus Pressig und Peggy Thoma aus Posseck traten am Ostermontag mit Ablegung des Taufgelübdes und den Empfang der ersten heiligen Kommunion und dem Sakrament der Firmung in die Katholische Kirch ein.
Nadine Scherbel kam vor 21 Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung aus Arnstadt/Thüringen nach Pressig. Sie fand zum katholischen Glauben und möchte mit dem Kirchenbeitritt auch Dank ausdrücken für das, was Gutes passiert ist, sagt die 36-jährige Verwaltungsangestellte, Mutter von zwei Kindern und momentan in Erziehungsurlaub befindend. Die 32-jährige Nicole Szymala ist in Wolfen bei Bitterfeld geboren und ist seit 2001 in Pressig. Ihre beiden Kinder sind schon getauft und Tochter Chantal wird in Kürze zur Erstkommunion gehen. Durch ihre Kinder ist sie schon lange mit dem katholischen Glauben verbunden. Sie möchte nun auch vollwertig der Gemeinde angehören in der sie schon lange wohnt und lebt.
Pater Helmut Haagen, OMI durfte an diesem Tag auch quasi Bischof sein, sagte er einleitend zur Erteilung der Firmung, nachdem er vorher die vier Neuchristen taufte und sie anschließend zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gehen durften um die heilige Kommunion zu empfangen. Im Brief des Apostels Paulus an die Römer heiße es „Gott hat uns im Voraus auserwählt“. Diese Erwählung wie im Paulusbrief geschrieben, gelte auch für die vier Taufbewerber.
Sie wurden in der einstigen DDR geboren. Als Kinder und Jugendliche haben sie ein Staatssystem erlebt, das sich zum Ziel gesetzt hatte, „jegliche Religionsfreiheit und Religionsausübung auszumerzen und den Kirchen den Garaus zu machen und den Glauben an Gott aus den Seelen der Menschen zu tilgen“. Umso erfreulicher ist es, dass sie sich vor der ganzen Festgemeinde taufen lassen und so öffentliches Zeugnis ihres Glaubens geben. Dass sie sich zur Taufe entschlossen haben, ist ihre eigene Entscheidung, das nennt man heute Entscheidungschristentum. Die Taufe markiert, nach längerer Vorbereitung im Katechumenat, einen Einschnitt in ihrem Leben. Die Taufe ist das feierliche Bekenntnis, dass Gott sie schon längst erwählt und geliebt hat, auch auf dem Boden der ehemaligen DDR.
Durch das Sakrament der Firmung werden sie zugleich zum Vollbürger, zum mitverantwortlichen Glied in der Kirche und zum Geistträger, der den Geist Gottes in sich entdecken und fruchtbar machen darf damit dann auch andere an ihnen ihren Glauben entzünden können, so wie sie ihren Glauben an anderen entzündet haben. Und in der Kommunion, die sie immer wieder empfangen können, zeigt der auferstandene Jesus, das er sie nicht alleine lässt, durch die Kommunion mit ihm und in den Gemeinden von Pressig und Posseck zu denen sie nun ganz gehören, sagte Pater Haagen in seiner Ansprache.