Raspler der Pfarrei Herz-Jesu Pressig

Die „Raspler“, das ist die Ministrantenschar der Herz-Jesu-Pfarrei Pressig. Diese sind an den Kartagen mit ihren Raspeln unterwegs. Nachdem vom Gründonnerstag bis Karsamstag, zur Erinnerung an den Kreuzestod Christi alle Glocken schweigen, laden die Ministrantinnen und Ministranten mit gedrechselten Holzraspeln die Gläubigen zu den Gottesdiensten ein. In mehreren Gruppen gehen sie durch alle Straßen des Ortes. Dabei singen sie zwischen dem Raspeln verschiedene Verse.
- ...Früh 6 Uhr, anstelle des Gebet-Läutens:
„Wir verkünden Euch den Engels Gruß, den jeder katholische Christ beten muss, das Ave Maria!“ - …vor der Kreuzwegandacht am Karfreitag:
„Oh Christ betracht' den Kreuzesweg des Herrn, und danket seiner Liebe gern.“ - …vor jedem Gottesdienst:
„Wir rufen zur Kirche zusammen, zusammen!“
Am Karsamstag früh gehen die Raspler mit Körben, einer Gelddose und einer Raspel „bewaffnet“ von Haus zu Haus und bitten bei den Einwohnern, ob katholisch oder evangelisch, für die langen beschwerlichen Wege, die sie in diesen Tagen gegangen sind, um ihr wohlverdientes „Raspelgeld“. Der Höhepunkt der Raspeltage ist nach der Auferstehungsfeier am Karsamstag. Hier ziehen alle Ministranten in einer Gruppe geschlossen durch den ganzen Ort, um sich für ihre Gaben zu bedanken; aber vornehmlich, um den Christen durch ihr Lärmschlagen mit den Raspeln zu bekunden, dass Christus, der Herr, auferstanden sei.
- So ertönt ihr Gesang in den jeweiligen Raspelpausen:
„Erstanden ist der Heil'ge Christ, durch den die Welt erlöset ist! Halleluja! Halleluja!“
So berichtet die Jubiläumsschrift/Pfarrchronik 1913-2013 der Pfarrei Herz-Jesu Pressig.