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Von 94 Lebensjahren gehen sie 70 gemeinsam durchs Leben

Gnadenhochzeit Wich
Datum:
Veröffentlicht: 7.10.16
Von:
K.-H. Hofmann
Das Ehepaar Maria und Josef Wich feierte in Pressig das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. 70 Jahre gehen Maria und Josef Wich ihren Weg gemeinsam durch das Leben und teilen miteinander Freud und Leid. 1946 gab sich das Jubelpaar in der Herz-Jesu-Kirche in Pressig das Jawort zum Bund der Ehe.

Das Ehepaar Maria und Josef Wich feierte in Pressig das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. 70 Jahre gehen Maria und Josef Wich ihren Weg gemeinsam durchs Leben. 1946 gab sich das Jubelpaar in der Herz-Jesu-Kirche in Pressig das Jawort zum Bund der Ehe.

Wohl kaum ein zweites lebendes Ehepaar hat sich so viele Verdienste um soziale-, kulturelle-, kirchliche- und kommunalpolitische Belange mit viel ehrenamtlichen Einsatz erworben wie das Jubelpaar. Beide sind waschechte Pressiger und kennen sich schon seit der Schulzeit. Irgendwann hat es dann gefunkt und aus anfänglicher Zuneigung wurde Liebe zueinander das hat sich von ganz alleine ergeben. Nach der Verlobung 1944 in Langenargen am Bodensee, führte der Weg 1946 in Pressig zum Traualtar. Wie bleibt man sich 70 Jahre treu? Dazu sagt das Jubelpaar: „das geht nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und Toleranz, man muss den Partner akzeptieren, seine guten, wie auch seine schlechten Seiten“. Der Jubelbräutigam wird bald 94 Jahre, die Jubelbraut ist 92 Jahre, wie bleibt man so fit und vital im betagten Alter wie sie beide? „Wir leben gesund, verpflegen uns im Haushalt auch noch selbst und widmen uns der Muße in Literatur und Musik“. Allerdings, so fügt Josef Wich lächelnd hinzu, „wir sind keine Kostverächter“.

Das mag natürlich auch daran liegen, dass beide von Kindheit an mit Musik in Verbindung waren, Instrumente spielten und Chöre mit ihrer Gesangsstimme unterstützten. Es würde zu weit führen, wollte man die Aktivitäten des Ehepaares beruflich wie ehrenamtlich alle aufzählen. Am treffendsten ist wohl die Aussage, „sie haben ein Leben lang ein Herz für Kinder gehabt und vielen Hunderten umfangreiches Wissen vermittelt“. Josef Wich als Lehrer, Schulleiter und Rektor und Maria Wich als Organistin und Musikerzieherin. Beide engagierten sich über Jahrzehnte in hohem Maße ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen und in Funktionen. Auf die Gründung eines Mädchenchores blicken beide mit Stolz zurück und erwähnen große gemeinsame Auftritte im damaligen „Barnickel- Saal“, wo man Singspiele, wie „Schwarzwaldmädel“ und mehr, zusammen mit der Kolpingsfamilie, aufführte. „Geprobt wurde zu Hause bei uns im Wohnzimmer“, erzählen sie schmunzelnd. Und sie erinnern sich noch an die Einweihung der Herz-Jesu-Kirche im Jahr 1957, zu der sie mit Kirchenchor- und Orchestermitgliedern des Musikvereins die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart aufführten, dessen Gesamtleitung bei Josef Wich lag. Für beide ist dies bis heute ein unvergessliches Erlebnis! Doch nicht nur im Heimatort und im Landkreis zeigen sie soziales Engagement und ein Herz für Kinder, besonders in Afrika unterstützen sie Projekte für Kinderhilfe. Maria Wich spendete anlässlich ihres 85. Geburtstages das Geburtstagsgeschenk ihres Ehemannes, 1200 Euro, an die Dorfgemeinschaft von Bonou im westafrikanischen Staat Benin. Die Kinder wünschten sich Trinkwasser damit sie nicht mehr kilometerweit zum Fluss und zur nächsten Wasserstelle laufen müssen. Für Maria Wich war dies der Grund zu spenden und heute hält sie noch gerne den Dankbrief vom Jahre 2009 in Händen in dem die Kinder ihrer „Mama Maria“ von ganzem Herzen danken, sie haben jetzt einen „Marienbrunnen“ haben sie ihr geschrieben, sagt sie schmunzelnd und gibt zu, den Brief lesen wir beide heute noch manchmal gerne weil es so herzlich wirkt.

Zum Familienreis des Jubelpaares zählen vier Kinder, neun Enkelkinder und drei Urenkelkinder.

Maria Wich war 45 Jahre Organistin. Als Musikerzieherin war sie fünf Jahrzehnte tätig und bildete Hunderte von Schülern am Klavier, Akkordeon und Orgel aus. Über Jahrzehnte gehört sie der KAB an und ist Gründungs- und Ehrenmitglied in der Frauen Union.

Josef Wich ist Ehrenbürger und Altbürgermeister von Pressig. Seine Verdienste um das Ehrenamt und die Kommunalpolitik aufzuzählen würden den Rahmen sprengen. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen sprechen für sich. Er musste 1941 die Einberufung zum Militär in den Kriegsdienst akzeptieren und war heilfroh, den Krieg überlebt zu haben. Berufliche war Josef Wich von 1946 an bis 1985 im Schuldienst. Von 1969 bis 1985 als Rektor an der Grund-und Hauptschule Pressig. Von 1969 bis 1987 war der Jubilar 1. Bürgermeister in Pressig (bis 1985 in Doppelfunktion als 1. Bürgermeister und Rektor) zuvor seit 1956 Gemeinderat und von 1966 an 2. Bürgermeister. In der CSU ist er seit 1955 Mitglied. Über 50 Jahre war er Ortsvorsitzender im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. 16 Jahre leitete Josef Wich den katholischen Kirchenchor. In über 20 Vereinen seiner Heimatgemeinde ist er heute noch Mitglied.

Landrat Oswald Marr zollte Dank und Anerkennung für das große Engagement und die Lebensleistung des Jubelpaares in der Heimatgemeinde aber auch im Landkreis Kronach. Es sei wirklich eine Gnade Gottes solange einen gemeinsamen Lebensweg gehen zu dürfen und es zeugt von großem Verständnis und Loyalität zueinander, wenn man es trotz aller Höhen und Tiefen stets Freud und Leid miteinander teilt.

Bürgermeister Hans Pietz gratulierte im Namen der Marktgemeinde Pressig und wünschte dem Jubelpaar weiterhin Gesundheit und Wohlergehen. Für die Katholische Herz- Jesu- Pfarrei sprach Pater Helmut Haagen Glückwünsche und Gottes Segen aus. Berthold Nickol, stellvertretender CSU- Ortsvorsitzender und Karin Baierlipp, stellvertretende Frauen- Union Ortsvorsitzende, dankten Josef Wich und Maria Wich für ihre jahrzehntelange Treue in CSU und Frauen-Union und wünschten weitere gemeinsame Jahre in Gesundheit.